Arthrose ist keine Seltenheit. Ab fünfzig hat sie fast jeder Zweite, ab siebzig fast jeder. Die Schulmedizin nennt sie degenerativ, also verschleißbedingt, als wäre das Gelenk ein Bremsklotz, der sich abnutzt. Das stimmt, aber es ist nicht die ganze Geschichte.
Der Knorpel hat keine zweite Chance, oder doch?
Knorpel ist ein merkwürdiges Gewebe. Er hat keine Blutgefäße, keine Nerven, keine Lymphbahnen. Er lebt von der Gelenkflüssigkeit, die ihn bei jeder Bewegung durchtränkt. Das macht ihn einerseits unempfindlich, andererseits langsam in der Regeneration. Was einmal abgerieben ist, wächst nicht einfach nach.Neuere Forschung zeigt ein differenzierteres Bild. Knorpelzellen, die Chondrozyten, sind durchaus in der Lage, Matrix zu bilden, also das Gerüst aus Kollagen und Proteoglykanen, das den Knorpel elastisch hält. Nur brauchen sie dafür die richtigen Bausteine, und sie brauchen ein Milieu, das nicht ständig von Entzündungssignalen durchflutet wird.
Entzündung ist der eigentliche Gegner
Arthrose wurde lange als rein mechanisches Problem verstanden. Abrieb, Verschleiß, fertig. Heute weiß man, dass in fast jedem arthrotischen Gelenk eine chronische, unterschwellige Entzündung schwelt. Sie wird nicht durch Bakterien verursacht, sondern durch die Abbauprodukte des Knorpels selbst, die das Immunsystem irritieren.Diese Entzündung beschleunigt den Abbau. Sie sorgt dafür, dass Enzyme wie die Matrix-Metalloproteinasen aktiver werden, die den Knorpel regelrecht verdauen. Sie verändert die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit. Sie macht das Gelenk empfindlicher.
Wer die Entzündung nicht in den Griff bekommt, kämpft gegen Windmühlen.
Kurkuma und Weihrauch: Das Duo aus zwei Welten
Im Ayurveda gibt es ein Konzept namens Ama, das man grob als Stoffwechselschlacke übersetzen kann. Nach dieser Lehre entstehen Gelenkbeschwerden, wenn Ama sich in den Gelenken ablagert und dort Vata, die Bewegungsenergie, blockiert. Die traditionelle Antwort: Kurkuma und Weihrauch.Die moderne Biochemie bestätigt, was die Erfahrung vorwegnahm.
Kurkuma, genauer gesagt sein Hauptwirkstoff Curcumin, hemmt gleich mehrere Entzündungswege. Er blockiert NF-κB, einen Transkriptionsfaktor, der in fast jeder chronischen Entzündung die Hauptrolle spielt. Er reduziert die Produktion von Prostaglandinen und Leukotrienen. In Studien zeigte Curcumin bei Kniearthrose eine Schmerzreduktion, die mit Ibuprofen vergleichbar war, aber ohne dessen Nebenwirkungen auf Magen und Nieren.
Weihrauch, Boswellia serrata, wirkt über einen anderen Mechanismus. Seine Boswelliasäuren hemmen das Enzym 5-Lipoxygenase, das für die Bildung bestimmter Entzündungsbotenstoffe verantwortlich ist. In der ayurvedischen Tradition gilt Weihrauch als shothahara, als das, was Schwellung nimmt. Die Wissenschaft nennt es Leukotrienhemmung. Dasselbe Phänomen, anderes Vokabular.
Bausteine für den Knorpel selbst
Entzündung zu hemmen ist der erste Schritt. Der zweite ist, dem Knorpel zu geben, was er braucht.Glucosamin und Chondroitin sind Bestandteile der Knorpelmatrix. Der Körper kann sie selbst herstellen, aber mit dem Alter wird die Produktion träger. Als Nahrungsergänzung zugeführt, stehen sie den Chondrozyten als Baumaterial zur Verfügung. Bei leichter bis mittlerer Arthrose, über mindestens drei Monate eingenommen, zeigen sich in vielen Untersuchungen Verbesserungen der Beweglichkeit und des Schmerzempfindens.
Methylsulfonylmethan, kurz MSM, liefert organischen Schwefel. Schwefel ist ein unterschätzter Mitspieler im Bindegewebe. Er stabilisiert die Disulfidbrücken im Kollagen und in den Proteoglykanen. Wer zu wenig Schwefel im System hat, baut schlampig.
Vitamin C: Der stille Helfer
Kollagen, das Strukturprotein des Knorpels, kann ohne Vitamin C nicht richtig gebildet werden. Das wussten schon die Seefahrer des 18. Jahrhunderts, auch wenn sie an Skorbut dachten und nicht an Arthrose. Die enzymatische Vernetzung der Kollagenfasern erfordert Ascorbinsäure als Cofaktor.Camu-Camu, eine Frucht aus dem Amazonas, enthält Vitamin C in ungewöhnlich hoher Konzentration, eingebettet in eine Matrix aus sekundären Pflanzenstoffen. Die Bioverfügbarkeit ist eine andere als bei isolierter Ascorbinsäure.
Was im Alltag zählt
Bewegung ist das Wichtigste. Nicht Leistungssport, nicht Marathonlauf, sondern regelmäßige, gelenkschonende Bewegung. Schwimmen, Radfahren, Spazierengehen. Jede Bewegung pumpt Gelenkflüssigkeit durch den Knorpel und versorgt ihn mit Nährstoffen.Gewicht spielt eine Rolle. Jedes Kilo weniger entlastet das Kniegelenk um das Dreifache.
Und dann ist da die Frage der Geduld. Knorpel regeneriert langsam. Manche Leute nehmen lieber drei Monate lang Schmerzmittel als drei Monate lang Geduld. Jeder wie er mag. Aber wer heute anfängt, Kurkuma, Weihrauch, Glucosamin und MSM zu nehmen, wird nicht übermorgen schmerzfrei sein. In drei Monaten spürt man meistens einen Unterschied. In sechs Monaten ist er oft deutlich.
Ein sinnvoller Einstieg: Kurkuma in Kombination mit Piperin, 500 mg täglich. Weihrauch 400 mg. MSM 2 g. Glucosamin und Chondroitin jeweils 1500 mg beziehungsweise 1200 mg. Über mindestens drei Monate, besser sechs.
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst
Die meisten Menschen, die mich anrufen, sagen am Anfang denselben Satz. Es tut weh, aber ich weiß nicht, ob es schlimm genug ist, um was zu tun. Meistens ist es das. Nicht weil es dramatisch wäre, sondern weil früh angefangen immer besser ist als spät gewartet. Arthrose ist kein Schicksal, das man hinnehmen muss. Sie ist ein Prozess, und Prozesse lassen sich beeinflussen.Wer das Gefühl hat, dass die Gelenke langsam zäher werden als sie sollten, ruft am besten in der Waldkraft-Gesundheitsberatung an. Manchmal reicht ein kurzes Gespräch, um zu wissen, wo man ansetzen kann.
Viel Gesundheit auf deinem Weg,
Flynn von Waldkraft 💚
12 Kommentare
Ich hatte Weihrauchkapseln eingenommen und meine Leberwerte sind bedenklich angestiegen (3fach erhöht gegenüber optimal). Was tun?
Grüß dich Cola,
das ist ernst zu nehmen und sollte ärztlich abgeklärt werden. Wenn die Leberwerte gestiegen sind, ist es wichtig, mit deinem Arzt zu klären, ob ein Zusammenhang besteht und wie du vorgehen solltest. Waldkraft-Produkte sind naturheilkundlich konzipiert, aber jeder Körper reagiert unterschiedlich, und manche Menschen reagieren empfindlicher auf bestimmte Inhaltsstoffe. Melde dich gern bei der Waldkraft-Gesundheitsberatung, falls du das vertiefen oder alternative Optionen zur Unterstützung besprechen möchtest.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
Hallo, der Artikel trifft den Nagel,auf den Kopf👍🏻Vor vielen Jahren wurde ich so krank, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Die Ärzte standen vor einem Rätsel, die Blutbilder gaben keinen Aufschluss, die Röntgenbilder schon, aber dennoch konnte das Schmerzgeschehen schulmedizinisch nicht erklärt werden. Dann das Übliche: Kortison, Schmerzmittel. In kürzester Zeit entwickelte ich Allergien. Also sollten es neue Gelenke richten. Und damit war ich dann endgültig raus. Ich habe meine Ernährung umgestellt, habe mir ein eigenes Fitnessprogramm erarbeitet, habe Nahrungsergänzungen, bis heute, zu mir genommen und viel Geduld mit mir und meinem Körper gehabt. Die Schulmedizin lehnte ab, diesen Weg mit mir zu gehen.
Heute, ich bin nun 72 Jahre, bin ich fast schmerzfrei und für mein Alter fit. Ich habe seit 2009 durchgehend immer einen Hund an meiner Seite, Jagdbegleithunde, da gibt es keine Ausrede für „heute nicht“😃
Dieser Artikel hat mich begeistert, weil ich nicht die wissenschaftlichen Hintergründe wusste, sondern nur aus der Naturmedizin geschöpft habe. Ich fühle mich einfach bestätigt. Vielen Dank 🙏🏻
Gehen ist Leben und Nahrung kann/sollte Medizin sein.
Die Tiere machen es vor☝🏼
Vielen
Grüß dich Conny,
das freut mich, dass der Artikel für dich eine Bestätigung dessen ist, was du über die Jahre selbst erfahren hast. Dein Weg zeigt genau das, was wir in der naturheilkundlichen Praxis immer wieder sehen: Ernährung, Bewegung und Geduld mit dem eigenen Körper bringen oft mehr als schnelle medikamentöse Lösungen. Und ja, die Jagdbegleithunde verzeihen dir da keine Ausrede, das ist die beste Aktivierungsmethode. Dankbarkeit und Geduld sind unterschätzte Heilkräfte.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
schöner artickel…..schön geschrieben wie immer von Flynn
Hallo,
danke dir, das freut mich. Gelenkthemen sind wichtig und es lohnt sich, sie gründlich zu durchleuchten, damit jeder versteht, woran er arbeitet. Wenn du konkrete Fragen zur Unterstützung deiner Gelenke hast, bin ich gerne Ansprechpartner.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
Künstliche knie schmerzen beim bergab gehen
Grüß dich Luise,
das ist ein häufiges Problem nach künstlichen Gelenken, besonders beim Bergabgehen. Da spielen oft mehrere Faktoren rein: die Muskulatur rund um das Knie, die Stabilität und auch die Belastungsgewöhnung. Wenn du das vertiefen möchtest und schauen willst, wie du dein Knie gezielt unterstützen kannst, melde dich gern in der Waldkraft-Gesundheitsberatung.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
Liber Flywnn, danke für den aufschlussreichen Artikel in Sachen Arthrose. Ich bin viele Jahre immer mal wieder Krebspatientin gewesen, habe aber, neben den konventionellen “Heilungsmethoden”, immer wieder zur Alternativmedizin gegriffen, Akupunktur, TCM, Ayurveda, Heilpraktiker aufgesucht das ganze Programm. bis der Geldbeutel leerer wurde. Natürlich bin ich mit dieser Vergangenheit, mangelnden Hormonen im Körper prädistiniert um auch jetzt mit Ü70 täglich – trotz Qi Gong und Hundebegleitung – mit Schmerzen an den Fingern und manchmal im Knie (auch im Liegen) aufzuwachen. Ich befürchte, wenn meine alte Hundedame mit bald 15 Jahren von mir geht, geht auch mir die Motivation zum Bewegen aus, auch weil ich ein Lymphödem am Bein entwickelt habe, das mich doch erheblich unbeweglicher macht. Ich kenne mich einigermaßen aus im Sektor Nahrungsergänzung und habe das Gefühl, das bei dieser Eurer Zusammenstellung Hoffung aufkeimen darf. Ich hoffe desweiteren, ich kann es mir dann auch leisten und es bekommt mir. Gäbe es evtl eine Art Probepackung um herauszufinden, ob man alles gut verträgt oder zumindest 1 Probekapsel, damit ich meine Heilpraktikerin mit guten kinesiologie Kenntissen befragen könnte, ob es passt? Herzliche Grüße aus München
Grüß dich Elvira,
danke für dein offenes Vertrauen. Das mit den Fingergelenken kenne ich öfter in Beratungen, besonders nach dem, was dein Körper durchgemacht hat. Zu deiner Frage mit Probepackungen: Waldkraft bietet das leider nicht als Standard an, aber die Waldkraft-Gesundheitsberatung kann mit dir individuell schauen, wie du sinnvoll starten könntest, auch in Rücksprache mit deiner Heilpraktikerin. Deine Kinesiologin kann dir da eine gute Orientierung geben, welche der Komponenten für dich stimmig sind. Meld dich gern dort, und schildere deine Situation.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
Hallole
Ich habe Arthrose in der Hüfte werde operiert im November wie kann ich
Vorsorgen
Grüß dich Andrea,
das ist eine wichtige Frage, und es lohnt sich, den Gelenken auch präventiv Aufmerksamkeit zu geben. Im Waldkraft-Sortiment für Menschen gibt es mehrere Produkte, die Gelenke und Beweglichkeit unterstützen können, etwa mit Curcuma, MSM oder Weihrauch. Welcher Ansatz zu dir passt, hängt aber auch von deiner individuellen Situation ab. Wenn du das vertiefen möchtest, melde dich gern in der Waldkraft-Gesundheitsberatung.
Herzliche Grüße,
Flynn von Waldkraft 💚
Kommentare werden auf magazin.waldkraft.bio verfasst und erscheinen hier nach Freigabe.